Streber

(frei nach Heinrich Heine: Belsazar)

von Peter-Paul Joopen

Es klingelt im Gymnasium;
In allen Fluren wird es stumm.

Nur dort, im letzten Klassenraum
Da hörte man das Klingeln kaum.

Es fliegt die Kreide und der Schwamm
Und keiner sitzt da still und stramm.

Der Streber, der steht vorn am Pult
Und bittet doch um mehr Geduld.

Dabei schmeißt er die Kreide keck
Immer wieder selber weg.

Und blindlings reißt der Mut ihn fort,
Und er lästert dem Lehrer mit folgendem Wort.

»Herr Lehrer ! dir künd' ich auf ewig Hohn, -
Ich bin der Klügste der Klasse schon !«

Doch kaum gesagt, da wird im bang,
Weil zudem noch die Tür aufsprang.

Ein jeder nimmt schnell seine Sachen
Und es verstummt das letzte Lachen.

An die Tafel hat es der Lehrer geschrieben:
»Wie hoch ist die achte Potenz von Sieben ?«

Und er sagte: »Höre zu mein Knabe.
Dies ist eure Hausaufgabe.«

Die Schüler saßen kalt durchgraut
und keiner sagte einen Laut.

Und alle hatten es gesehen.
Doch keiner konnte es verstehen.

Der Streber wurde beim Morgengrauen
von seiner Klasse tüchtig verhauen.


Herr Krause
Autokönig
Der Fahrschüler
Die Freundschaft



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