Die Freundschaft

(frei nach Friedrich Schiller: Die Bürgschaft)

von Peter-Paul Joopen

Zu Dieter, dem bösen Buben, schlich
David, die Fäuste erhoben.
Doch Dieters Bande hat ihn schnell auf die Seite geschoben.
»Was willst du mit den Fäusten, sprich !«
Entgegnet ihm finster der Wüterich.
»Die Schule von Rüpeln befreien !«
»Dafür wirst du gleich fürchterlich schreien.«

»Ich bin«, sprach jener, »für die Schläge bereit,
Doch möcht ich dich gnädig stimmen,
Um beim Fußball den Sieg zu erringen.
Doch dazu brauche ich drei Stunden Zeit,
Mein Freund hier bleibt dir als Sicherheit.
Bin ich in der Zeit nicht zurücke,
Dann schlage ihn an meiner Stelle in Stücke.«

Da lächelte Dieter mit arger List
Und hat sich ein wenig besonnen.
»Ich glaube, du willst nur entkommen !
Darum wisse, wenn verstrichen die Frist,
Eh du zurück gekommen bist,
Dann spürt er statt deiner meine Schuhe,
Doch dich lass ich nachher in Ruhe.«

Und schweigend sieht der Freund ihn an
Und geht dann zu Dieter dem dicken.
Der andere läuft eilig zum Kicken.
Wo er sogleich mit allen Mann,
Den Fußball spielt, so gut er nur kann,
Doch, es war nicht abzuwenden
erst nach Verlängerung das Spiel zu beenden.

Dann läuft er schnell los, bis zum Straßenrand.
Es war eine besonders breite
Und er muss auf die andere Seite.
Doch Zebrastreifen und Ampel waren dort unbekannt.
Es war so, als stünde er vor einer Wand.
Die Autos die fuhren zu schnell.
Und gleich geht es dem Freunde ans Fell.

Bei diesem Gedanken gefriert ihm das Blut.
Wie wendet er es noch zum Guten ?
Denn es sind nur noch wenige Minuten !
Da treibt ihn die Angst, da fasst er sich Mut,
Läuft einfach los, vielleicht geht es gut.
Diese Tat, sie war sicher verwegen,
Doch er hat seines Schutzengels Segen.

Er erreicht den Gehweg und eilet fort
Und läuft so schnell er nur kann.
Da stürzt ein Dobermann
Hervor aus der Gasse düsterer Ort
Und es verschlägt ihm jedes Wort.
Dann bleibt er reglos stehen,
Denn er hat seine Zähne gesehen.

»Was willst du ?« ruft er vom Schrecken blass,
»Du gehörst doch an die Leine.«
Dabei greift er sich ein paar Steine.
»Hör zu, ich versteh keinen Spaß,
Um des Freundes willen, bitte ich lass
Mich vorbei, du alter Kläffer.«
Dabei landet er einen Treffer.

Kaum hat er den Hund in die Flucht geschlagen,
Seine Beine sind noch ganz weich,
Da höret er sogleich
Wie zwei aus seiner Klasse sagen
»Jetzt geht es dem Freunde an den Kragen,
Denn er bekommt schon seit einer Weile
Von Dieters Bande ordentlich Keile.«

Er sieht seinen Freund in dieser Pein
Und hört dabei jemandes Wort
»Zu spät, darum lauf besser fort.«
Doch hört er auch seinen Freund noch schrei'n
»David wird kommen, so haltet doch ein !«
Da ist er zu Dieter dem dicken gerannt
Und sagt: »Schlage mich und nicht mehr das Pfand.«

»Und ist es zu spät, und konnte ich nicht
Die Schläge bis jetzt verhindern,
So will ich ihm die Schmerzen lindern.
Dadurch, dass ich nun erfülle die Pflicht
Und darum sage ich dir ins Gesicht.
Schlage mich ruhig ohne Reue,
Doch glaube an Liebe und Treue.«

»Wir haben«, sagt Dieter, »genug gerungen.«
das Herz wurde ihm dabei schwer,
Und kein Auge blieb tränenleer.
»Ich sage, es ist euch hiermit gelungen,
Nun habt ihr mir das Herz bezwungen.
Ich sei, gewährt mir die Bitte,
In eurer Freundschaft der Dritte.«


Streber
Herr Krause
Autokönig
Der Fahrschüler



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